Nähe und Distanz

Wenn Du mir zu nahe kommst, erleide ich seelische Schmerzen und ich glaube, wenn ich Dich wegdrücke, verschwindet auch der Schmerz ein bisschen.

Ich kann körperliche Nähe nicht gut ertragen. Ich habe oft das Gefühl, körperliche Schmerzen zu erleiden... Es gibt Zeiten in denen muss ich kuscheln, um am Leben zu bleiben.

Doch es gibt auch Zeiten in denen meine Haut zu spannen beginnt, wenn meine Liebsten mich berühren. Zeiten, in denen die Angst und der Schmerz so übermächtig erscheinen, dass ich meine Liebsten ignoriere, fort schiebe, verletze oder nicht in meine körperliche, emotionale und geistige Nähe lassen kann, weil ich mich sonst selbst verletze.

Diese Zeiten sind voll von Hass für mich selbst. Ich zerstöre, was mir lieb geworden ist, verliere, was ich zu haben glaubte und verlasse, was mir wichtig schien.
Ich mache das nicht gerne, doch ich muss es tun. Oder würdest Du freiwillig ins kochende Wasser greifen?

Es scheint, als würdest Du durch meine Haut in meine tiefsten Wunden greifen. Du berührst mich in Liebe und der Schmerz zwingt mich zum Rückzug!

In anderen Zeiten bist du mein Prinz, mein Geliebter, mein Phönix, in dessen Asche ich aufsteigen will! Doch Du erträgst es nicht. All meine Zuwendung, meine Hingabe, meine unendliche Liebe, die so grenzenlos scheint.

8.9.14 22:40

bisher 9 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sternenppoet (8.9.14 23:07)
Ja, das ist das Hans-mein-Igel-Syndrom

Du bist halb empfindsamer Mensch, emotional und liebesbedürftig und halb hast du eine Igelhaut entwickelt, die jeden verletzt, der zu nahe kommt. Du kennst in der Beziehung nur zwei Extreme: Prinz oder Bettler. Einmal idealisierst du den Partner zum glorreichen Retter, Helden, Sieger und ein andermal schiebst du ihn weg wie einen aufdringlichen und stinkigen Bettler. Dabei gibt es wahre Prinzen nur im Märchen (ja, das sag ich: Ahüm): Er ist ein Mensch mit Stärken und Schwächen, leidensfähig und mit Bedürfnissen, geduldig und auch mal ungeduldig, verständnisvoll und auch mal genervt. Er hat helle und dunkle Seiten, er ist gut und böse gleichzeitig. Aber das weißt du ja alles selbst. Dein Trauma weißt auf etwas hin, was ich mich scheue, auszudrücken. Es sitzt tiefer, als ich dachte. Du hast die Hölle durchgemacht und wohl einiges verdrängt bzw. niemals erzält, weil du dich geschämt hast. Ich will nicht in dich dringen, aber ich reich dir aus der Ferne meine offen Hand, meine ehrliche Hand. Ich bin da!

Gute Nacht, Sven


Sternenppoet (9.9.14 00:53)
Ich bin wieder mal hilflos: Sternenmelody will sich was antun. Sie hat ihre Eltern verloren, den Unfall nur querschnittsgelähmt überlebt und jetzt ist ihre beste Freundin Phoebe, die sie im Krankenhaus kennengelernt und die sie immer aufgemuntert hat, gestorben. Ihr letzter Blog war ein Abschiedsbrief. Was soll ich nur tun? Das Leben kann schon Scheiße sein ..


Sternenppoet (9.9.14 00:54)
http://myblog.de/sternenmelody


(9.9.14 06:39)
Lieber Sternenppoet,

für sowas gibt es ausschließlich und allein fachliche Hilfe. In so einem Fall muss man die zuständige Psychiatrie oder sogar im Notfall die Polizei rufen.

Niemand normal Sterbliches sollte sich solch eine Last auf die Schulter nehmen und ich denke, dass weisst du auch!


Sternenppoet (10.9.14 08:18)
Ja, danke. Sie hat es nicht getan. Aber sie hat auch nie, seitdem ich bei ihr kommentiere mal eine Antwort geschrieben und auf meine Freundschaftsanfrage auch nicht reagiert. Muss mein Helfersyndrom in den Griff kriegen. Dabei hab ich schon Lehrgeld bezahlt. Menschen denen ich helfen wollte, haben sich gegen mich gerichtet und mir dann übel nachgeredet. Viele wollen auch nur Aufmerksamkeit, schreiben wie wunders schlecht es ihnen geht, nur um Mitgefühl zu erschleichen. Und wenn du sie dann zu ernst nimmst, werden sie aggressiv.

Dir aber einen schönen Tag,

Sven :3


(10.9.14 08:35)
Lieber Sven,

du musst gar nichts in den Griff bekommen. Vielleicht nur etwas verstehen.

Echte Hilfe bedeutet nicht, die Hand hinzuhalten, um sich das Herz rausreissen zu lassen. Sondern Informationen über helfende Hände zu verbreiten. Und zwar über solche, die sich mit dem Thema auskennen.

Natürlich können du und ich etwas bewegen. Doch wir werden aufgrund unserer Ähnlichkeit nur mit hinab gezogen und so können wir auch nicht helfen.

Natürlich hatte ich damals am liebsten meine Liebsten um mich und wollte ihnen alles erzählen. Aber sie können diesen Schmerz gar nicht ertragen. Und auch wir können diesen Schmerz gar nicht ertragen..
Jeder Mensch hat Verantwortung für sich selbst und auch für sein Umfeld. Aber für das Umfeld nur bis an seine Grenzen. Und dafür ist es gut, diese zu kennen.

Sei bedacht, auf deine eigene Gesundheit und gib ab, was dir nicht gut tut. Gib es zurück UND in die richtigen Hände m


Sternenppoet (10.9.14 09:47)
Wider von dir gelernt. Wärst du nicht gebunden, würd ich dich schnäbeln ^^


(10.9.14 16:51)
Schnäbeln... :D

Ich denke mein Schatz hält sich das Urheberrecht vor :D


Sternenppoet (10.9.14 19:03)
Copyright^^

Ich mach ja nur Spaß

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