Über

Willkommen in meiner schillernden Welt der emotionalen Kapriolen, willkommen in der Welt Borderline.

Ich lade Dich hiermit herzlich ein, teilzunehmen an meinem Leben als Mutter, Kind, Partnerin, Freundin, Blogger, Angestellte, Schwester, Suchende, Wissende und Borderline-Persönlichkeit.

Mir ist es ein Herzensanliegen, Dir als Borderline-Persönlichkeit, Dir als Angehörige/r und Dir als Interessierter/m, einen echten, schonungslosen Einblick in meine emotionale Welt zu ermöglichen. Nicht, weil ich mich an Perversionen, Deinem Ekel oder Deinem Schock aufgeile, diese Schockblogs oder Bücher gibt es wie Sand am Meer!

Sondern, damit Du lernst, dass es mehr von Dir gibt, damit Du siehst, dass die Krankheit ein Ende finden kann, damit Du als Nicht-Betroffene/r verstehst, was in uns los ist. Denn Du, lieber Angehöriger, liebe Angehörige würdest Ähnliches erleben und tun, wie ich, Dein selbstverletzender Partner, deine durchgeknallte Tochter, wenn Du so empfinden würdest, wie wir!

Ich möchte hier meinen persönlichen Weg aus der Erkrankung Borderline vorstellen, die Erkrankung selbst, denn darüber gibt es zu viele Gerüchte und zu wenig echtes Wissen. Ich möchte Dich dazu anregen, Deinen eigenen Weg zu finden, aus der Scheisse heraus in ein lebenswertes Leben!!!

Und ich möchte alle Angehörigen zu mehr Verständnis, aber auch zu mehr Selbstschutz aufrufen. Denn manchmal ist das genau das, was dein Borderliner braucht. Klare Linien, klare Aussagen. Unsere Gefühlswelt ist so undurchdringlich, diffus, sowie erschütternd, dass wir oft selbst nichts mehr wissen. Doch dazu ein anderes Mal mehr..

Ich möchte hervorheben, dass ich selbst Patientin bin, viele Therapien und Psychiatrieaufenthalte hinter mir habe und glaube, der Welt etwas durch meine Erfahrungen geben zu können. Diese Informationen ersetzen KEINEN Arzt/Therapeuten/Psychiatrieaufenthalt oder ähnliches!!!

Alter: 29
 


Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
Dachte ich, wenn jeder ein bisschen friedlich ist, werden wir es irgendwann alle sein. In meiner Umgebung klappt das immer wieder. Kinder sind ohne Scheu, sie sehen grosses Potential. Sie sind Potential. Leben wir ein bisschen mit ihren Massstaeben.

Wenn ich mal groß bin...:
Werde ich die Welt retten (oder an mich reissen)

In der Woche...:
Wuerde ich am Liebsten immer hundert Dinge auf einmal tun.

Ich wünsche mir...:
Dass die Menschen psychische Erkrankungen verstehen lernen, dass sie hinein fuehlen und erkennen, dass ein psychisch Kranker eben an einer Krankheit leidet. Ich erhoffe mir mehr Kommunikation und echten Austausch zwischen Betroffenen, Angehoerigen und auch Therapeuten. Ich wuensche jedem einzelnen Borderliner, dass er das Licht der Welt ein zweites Mal erblicken darf und diesmal in Liebe, Hoffnung und Gesundheit. Ich erhoffe fuer jeden Einzelnen echte Gesundheit und ein lebenswertes Leben.

Ich glaube...:
Dass Heilung von Borderline oder die Verringerung auf wirklich ertragbare Symptome absolut moeglich ist, wenn man es will. Wie alles andere auch ist der Heilungsweg ein Auf und Ab, Hin und her. Aber!! Es funktioniert, wenn du immer wieder aufstehst.

Ich liebe...:
Meinen Partner und meinen Sohn. Spiritualitaet. Energieaustausch. Auto fahren. Am Leben sein. Herausforderungen. Meine Freunde, die meine Familie geworden sind. Lesen. Singen. Tanzen. Natur. Blumen. Floristik.

Man erkennt mich an...:
Meinem Humor. Meinen Arschtritten. Meinem offenem Herzen. Meiner Ehrlichkeit. Meiner Liebe zum Sein. Meinem Lachen. Meinem Ehrgeiz.

Ich grüße...:
Meine Liebsten, die mich so liebevoll und herzlich unterstuetzen, mir so vieles zukommen lassen, dass ich fast platze vor Stolz, dass ihr bei mir seid! DANKE, DANKE, DANKE!!! An jeden Einzelnen von euch.



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Blog

Diagnosekriterien

9 diagnostische Kriterien für die Borderline-Persönlichkeitsstörung


(1) Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden.

 (2) Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.

 (3) Identitätsstörung, d. h. ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.

 (4) Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Aktivitäten (z.B. Geldausgeben, Sexualität, Substanzmißbrauch, rücksichtsloses Fahren, Essanfälle).

 (5) Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.

 (6) Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung.

 (7) Chronisches Gefühl von Leere.

 (8) Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, Wut oder Ärger zu kontrollieren.

 (9) Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.


Menschen, die unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, haben in mehreren Bereichen ihres Lebens erhebliche Probleme. Diese lassen sich so einteilen:

Störungen in 5 Bereichen


1. Störungen der Emotionsregulation:
•Stimmungsschwankungen
•Schwierigkeiten, Gefühle zu steuern

2. Störungen des Denkens:
•Dissoziationen (Verzerrung von Zeit-, Raum- und Körperwahrnehmung)
•Flashbacks (Wiedererleben von traumatischen Erinnerungen)
•Pseudohalluzinationen (Illusionen, die als Täuschung erkannt werden)
•Paranoides Denken (Gefühl, verfolgt zu werden)
•Negative Grundannahmen (schlechte Meinung von sich selbst haben)

3. Störungen der Identität:
•Gefühle von Unsicherheit, Fremdheit und Ekel im Umgang mit sich selbst und dem eigenen Körper
•Das Gefühl, „anders“ zu sein, als alle anderen
•Unsicherheit bezüglich Zukunftszielen, der eigenen Meinung, wichtiger Entscheidungen und Alltagsentscheidungen.

4. Störungen im zwischenmenschlichen Bereich:
•Intensive und instabile Beziehungen
•Ein Wechsel zwischen Idealisierung und Abwertung
•Schwierigkeiten, allein zu sein
•Angst davor, verlassen zu werden und Angst vor Nähe

5. Störungen auf der Verhaltensebene:
•Impulsive und potentiell selbstschädigende Verhaltensweisen
•Hochrisikoverhalten
 

Quelle http://www.blumenwiesen.org/borderline-kriterien.html

Urheberrechte liegen bei Monika Kreusel

5 Kommentare 4.9.14 19:24, kommentieren

Ich ertrage es nicht

Ich moechte so gerne ein offenes Ohr.

Doch die Ohren die mir wichtig sind, wenden sich unter Traenen ab.

Ich bin gezwungen, zu wachsen, stark zu sein und zu verstehen, waehrend ihr nicht mal meinen Schmerz zu teilen ertragt.

Ich bin gezwungen unter Traenen weiter zu gehen, waehrend es mir das Herz zerbricht.

Ich bin dazu gezwungen, euch zu verstehen, waehrend ihr mit hoelzernen Augen weg schaut.

Ihr lasst mich allein, weil ihr meinen Hintergrund nicht ertragt.

Ihr lasst mich allein, weil es so schrecklich ist, was ich zu berichten habe.

 

4 Kommentare 3.9.14 21:01, kommentieren

Verlustaengste - eine Erkenntnis

Wenn es mir weh tut, hab ich Recht.

Liebe Leser,

verfaehrt man nicht so in einer Beziehung? Wenn mir etwas innerlich weh tut, moechte ich, dass mein Gegenueber mich sieht, annimmt und versteht, was er fuer mich tun kann. Erwarten wir nicht das Sonnenklare? Es liegt ja auf der Hand, mir tuts weh, wenn es an dir liegt kuemmer dich gefaelligst darum.

Doch ist das so gut? Versperre ich mir durch diese Haltung nicht einen gewissen Schritt? Vielleicht einen Schritt der weh tut? Deshalb soll lieber der andere ihn gehen?

Nehmen wir mein aktuelles Beispiel. Ängste des Verlassen werdens. Mein Partner will gehen. Mir wird sofort heiss und kalt, Panik umschlingt nass kriechend mein Herz. Alles steht auf Alarmstufe rot. Nichts ist mehr wichtig, ausser das Eine!! Er muss da bleiben. Auf gar keinen Fall darf er gehen. Ich verfalle sofort in eine kindliche Haltung mit Trotz, Verweigerung, piesacke ihn.

Gleichzeitig ist da die Vernunft, sie zaehlt alle guten Skills auf, laesst mich weiter atmen. Wie ein Mantra bete ich innerlich. Er kommt morgen wieder. Er kommt morgen wieder. Er kommt morgen wieder.

Das Kind. Wann kommst du wieder??? Die Antwort. Ach in zwei Tagen oder so. Ich flippe vollkommen aus. Mein Herz rast. In weniger als einer Sekunde bin ich in tausende Splitter zerfallen. Mein Herz krampft zusammen. Ich habe manchmal wirklich koerperliche Schmerzen. Schimpfen, Hasstiraden, Streit folgen. Heute unauffaelliger, aber nicht zu uebersehen. Und immer direkt ins Herz. Mein inneres Kind kaempft um die Anwesenheit meines Partners wie ein krankes Tier um sein Leben. Animalisch, mit allen Mitteln. Der Verlust muss unterbunden werden!!!

Doch wo habe ich verpasst zu wachsen?

Wo will ich, dass mein Partner den Schritt geht, den ich verpasse? Es waere die Hoelle fuer mich, das unkommentiert zu lassen. Und ich glaube, trotzdem muss ich es tun.

Ich glaube in diesem Moment und darueber hinaus, dass es sein Part ist, diesen Verlustschmerz zu fuellen. Doch das ist es nicht. Das haelt die Krankheit nur aufrecht und ebenso den Schmerz.

Ich will nicht durch diesen Schmerz hindurch, doch ich spuere die Erkenntnis wie ein weisses Licht in meinem Kopf und Herz. Es wird Zeit, diesen Schmerz anzunehmen und das kleine Maedchen lieb zu halten. Genau an der Stelle, an der mein Vater es verpasst hat. Genau da, wo ich es nicht kann.

Und trotzdem sehe ich unter Traenen, Panik und Schmerzen, dass es sein muss. Verstand und Gefuehl prallen aufeinander, wie zwei Welten, die sich nicht haetten treffen sollen.

Eine Geburt ist nie schoen, doch das, was du danach erlebst, ist mit nichts zu vergleichen.

Es lohnt sich durch diesen Schmerz an den hellen Ort der Liebe zurueckzukehren. Ich mache mich jetzt auf und werde euch davon berichten.

5 Kommentare 1.9.14 21:53, kommentieren

Gib Dir Raum

Diese Meditation soll Dir helfen, zu verstehen, dass es Zeiten braucht, in denen man Emotionen fliessen lassen muss. Das heisst, du solltest Dir Zeiten und Orte suchen, in denen Du alles Angestaute raus lassen kannst. Angestaute Emotionen, die du lange unterdrueckt hast, machen muede, rauben Kraft, machen depressiv und alles hoffnungslos.

Und dass es Zeiten gibt, in denen man die Emotionen in Paeckchen packen muss, um emotional zu ueberleben, um fuer seine Kinder da zu sein, um die Schule zu schaffen oder um andere oder sich selbst zu schuetzen oder wann auch immer du glaubst, es sei gut/bzw. besser fuer dich.

 

Stell dir vor, du sitzt an einem Strand mit weissem Sand. Wenn dir das besser gefaellt setze dich an eine Waldlichtung oder stell dir deine persoenliche Lieblingslandschaft vor.

Wo auch immer du dich jetzt befindest strecke deine Fuesse in der Realitaet und in deiner Phantasie aus und grabe sie in den Sand, die Erde oder was auch immer dir gefaellt. Ist es besser warm oder kalt? Stell es dir vor ...

Bewege deine Fuesse hin und her, lass Erde oder Sand durch deine Zehen rieseln.. Atme tief ein und wieder aus.. Beobachte Deinen Atem und werde immer stiller.

Wenn du magst schliesse die Augen, wenn nicht, lass sie einfach offen.. Um Deinen individuellen Platz herum siehst du nun ein goldenes Licht schimmern. Es umhuellt Dich und den Platz mit einer feinen und dennoch kraeftigen und schuetzenden Energie. Du bist wahrhaftig umgeben von Schutz und Liebe. Du fuehlst vielleicht intuitiv, dass dir hier nichts geschehen kann.

Aus einem Portal vor Dir kommt nun ein Einhorn, wenn du eine andere Gestalt bevorzugst, nimm diese!

Das Einhorn ist schwarz und aus seinem Horn schiessen gluehende Funken, die in dich und um dich herum fallen. Sie reinigen dich und machen dir jetzt bewusst, wie dein Einhorn oder dein Begleiter heisst.

Das schwarze Einhorn steht fuer undurchdringlichen Schutz und die Aufloesung alter Emotionen. Dein Einhorn kommt dir ein wenig naeher, es stupst Dich vorsichtig mit der Nase an und bittet Dich nun, ihm von Deinen Problemen und Sorgen, sowie Aengsten zu erzaehlen.

Du kannst ihm alles anvertrauen. Du kannst es leise oder laut sagen. Du darfst weinen und schreien. Du darfst hassen und fluchen. Du darfst alles sagen, was noch auf deiner Zunge brennt. Schlage auf ein Kissen ein. Zerschlage altes Geschirr.. Doch bitte achte dich selbst, kontrolliere dich soweit, dass Du nur Dinge kaputt machst, die dir nichts bedeuten, falls du etwas kaputt machen musst.

Falls die Trauer in dir so gross ist, dass du glaubst, daran zu zerbrechen, dann mach die Trauertür endlich auf! Zerbrechen kann man nur an einer Last. Und die Last entsteht nur durch den Gefuehlsstau. Lass es raus, weine, lass dich schuetteln. Lass es kommen und gehen.

Wenn Du sehr viel Angst hast, so erzaehle Deinem Einhorn davon und bitte es um Hilfe, damit es dir zeigen kann, welche Auswege du nehmen kannst. Es gibt sie, auch wenn du jetzt noch nicht daran glaubst. Erlaube ihm einfach, zu helfen.

Wenn Du immer wieder in Situationen von Gefuehlen geschuettelt wirst, in denen Du es nicht gebrauchen kannst, packe die Emotionen in Gedanken in ein Paeckchen, binde es fest zu. Du kannst sie auch in eine Schublade stecken oder sie an einem Ballon fortfliegen lassen. Bitte dann Dein Wesen um Hilfe und oeffne dich fuer neue Ideen oder Herangehensweisen.

Was auch immer du jetzt fuehlst, siehst oder erlebst, bitte Dein Einhorn oder Wesen um Hilfe und erwarte sie. Sei offen fuer Hinweise, Ideen, Hilfe im Aussen und geh die angebotenen Wege.

Zum Abschluß lasse die Energie Deines Wesens auf dich herabstroemen und geniesse die Energiedusche. Atme es mit dem ganzen Koerper ein und lasse Dich reinigen. Lass alles Alte los. Und lass alles, was dir hier auf der Erde fehlt durch diese Energie ersetzen.

Fuehle Dich geborgen, ausgeglichen, geliebt, vertrauensvoll, hoffnungsvoll oder was auch immer du jetzt brauchst. Dein Wesen gibt es Dir!

Wenn du dich noch dagegen wehrst, kann das ein Schutzmechanismus sein. Vielleicht kannst Du dich ganz vorsichtig ein kleines bisschen oeffnen. Wie auch immer es ist, es ist natuerlich und gut fuer dich.

Wenn Du genug Energie getankt hast, schau dich im Raum um, bewege die Finger und vor allem die Beine und Fuesse, damit du deinen Koerper wieder ganz spueren kannst. Das ist sehr wichtig und gut fuer dich.

 

1.9.14 20:50, kommentieren

Fuer Sternenppoet

Lieber Sternenppoet,

heute Deine 5. Geschichte, da du Maerchen magst (gut, es sind keine...) faellt es mir heute noch leichter zu schreiben, weil ich weiss, dass es dich beruehrt.

Kurz vor Weihnachten kam ich als akuter Notfall in die Psychiatrie. Schon seit zwei Wochen hatte ich starken Drang zum Suizid. Eigentlich ueber Jahre hinweg, doch hier kam es zu vermehrten unkontrollierbaren Situationen. Schon seit mehreren Wochen konnte ich nicht mehr zu Hause bei meinem Kind sein, denn ich war zu absolut nichts mehr faehig. Ich war ausgeschaltet, dissoziierte fast den ganzen Tag und hatte nur wenige klare Momente.

Mein Freund und mein bester Freund schipperten mich von der einen in die andere Wohnung, denn ohne 24-Stunden Ueberwachung war ich unberechenbar. Nicht lebensfaehig.

Irgendwann war Schluss. Man brachte mich mit akuten Selbstmordtendenzen, schlimmen andauernden Dissoziationen und einer schweren Depression ins Krankenhaus.

An meine Einweisung konnte ich mich nicht erinnern, nachdem ich nach zwei Tagen aus dem Medikamentenrausch erwachte. Wieder einigermassen lebensfaehig, denkend. Wie man sich vorstellen kann, versuchte ich weiter, mich teils schwer zu verletzen. Drei Wochen lang durfte ich die Station nicht verlassen. Ich bekam Panikanfaelle, wenn ich die Strasse draussen nur erspaehte, ich saß weinend vor den Spaghetti, die ein liebevoller Pfleger mir eigens zubereitet hatte, sie kamen mir vor wie Backsteine. Ich hatte schwere Panikanfaelle, aus verschiedenen Gruenden, ich sah staendig Bilder von mir und anderen geliebten Menschen, auf grausamste Art verstuemmelt oder andere schlimme Bilder, ob meine Augen nun offen oder geschlossen waren. Ich hoerte manchmal Stimmen, durch die Medikation. Ich wusste, sie wuerden mich toeten. Wer sie waren, konnte ich nicht sagen.. Ich hatte keine fuenf Minuten dieselbe Laune, sie wechselte staendig, was wirklich anstrengend ist! Jeder kleine scheiss triggerte mich. Ich entwickelte eine Essstoerung (ich verlor 11 kg in 3-4 Wochen). Ich konnte mehrere Wochen kaum oder nur wenig und wenn dann nur wegen starker Medikation schlafen. Leider war das kein Ausruhen, sondern eher Koma.

Dazu kamen absolut kranke Mitpatienten. In meinem Zustand, der drei Wochen keine Besserung versprach, lag ich teilweise mit 5 anderen Patienten in einem Ueberwachungszimmer. Hier hätten nach normalen Massstaeben MAX. drei Personen hinein gepasst! Diese Menschen waren die Hoelle fuer mich.. Ich moechte lieber nicht naeher darauf eingehen.

Die Hoelle kam mir im Vergleich wie ein kuscheliger Spielplatz vor. Dass das keine Lebensbedingungen sind unter denen die Seele aufatmet und heilt, ist klar.

Nun, wie du siehst, bin ich heute frisch, munter, froehlich. Dass das oben nur ein Auszug meiner Erlebnisse zu dem damaligen Zeitpunkt sind und ein winziger Einblick in meine Gefuehlswelt moechte ich noch hervor heben.

Ich moechte dir heute von meinem Schluesselerlebnis erzaehlen. Der winzig, kleinen Sache, die mir das Leben gerettet hat und somit vielleicht auch vielen anderen. Vielleicht, weil ich ueberlebt habe und nun erzaehlen kann, vielleicht weil ich niemand zurueck gelassen habe..

Mein damaliger Freund brannte mir fuer jeden Besuch eine CD. Und auf einer war ein Text, der nicht meinen Verstand, sondern meine Seele beruehrte.

Abermals lag ich traenenueberstroemt in meinem Bett im Ueberwachungszimmer. Wieder Bilder, wieder die alte Schachtel neben mir im Bett, die dachte, alle wollen sie toeten. Sie machte einen riesen Aufstand, schrie rum, verfluchte alle...

Ich steckte mir die Stoepsel in die Ohren und starrte an die weisse Decke, um nichts sehen zu muessen. Die Augen schliessen konnte ich ja nicht, wegen den Bildern im Kopf.. Da drang eine liebliche Stimme in mein Ohr.. Ihre Melodie klang traurig, deprimiert, fragend... Etwas an dem Lied beruehrte mich, machte mir mich bewusst. Ich begann zuzuhoeren. Wach. Sie fragte mich ganz direkt und ohne Umschweife:

Have you forgotten all the beauty around you? (Hast du all die Schoenheit um dich herum vergessen?)

Nein!! Es ist einfach keine da..

All your worries could easily fade behind you... (Du koenntest all deine Sorgen einfach hinter dir lassen...)

Aha.. Lustig! Und wie??

Who is pulling you back? (Wer haelt dich zurueck?)

Ich zaehlte auf...

With such strengh? (Mit solcher Kraft?)

Ich erklaerte es ihr...

I hear you calling..... (Ich kann deine Rufe hoeren.......)

Niemand. Hoert. Mich.

Can you hear me calling back??? (Doch hoerst du auch meine Antworten???)

Oder doch?

Have you forgotten all the beauty around you???

Und ploetzlich oeffnete sich etwas in mir. Vielleicht gab es ja doch Menschen, die mich hoerten. Vielleicht nicht immer und nicht alle, wie ich es mir wuenschte.. Aber zwei, drei gab es da schon.. Ich fand immer mehr schoene Dinge.. Ganz sanft flossen sie in meine Gedanken und ploetzlich gab es kein Halten mehr.

Ich hatte vergessen! Ich habe es nur vergessen!!! Es ist alles da!!! Ich muss es nur da nehmen, wo es auch ist und nicht darueber weinen, wo es jetzt nicht sein kann.

Es folgten viele inspirierte Momente in der Klinikzeit. Keine wie diese. Doch dieser Moment, in dem ich den Stift zueckte und alles Gute aufschrieb. Einfach alles. Ab da wurde mir bewusst, es ist MEINE Entscheidung!! Es ist vorbei. Niemand, absolut niemand macht mir diese Gefuehle. Ich trage heute die Verantwortung dafuer!!! Fuer ein scheiss Leben in der Zwischenwelt ohne gute aber mit vielen scheiss Gefuehlen oder Leben mit scheiss Gefuehlen, aber guten Momenten.

Dieser Moment, diese Hoffnung, diese Inspiration dauern bis heute an. Und ich habe mich stark fuer mich gemacht und nun moechte ich stark fuer uns sein.

Liebste Grüße,

Bonnie

28.2.05 17:13, kommentieren

Wer will, findet Wege

Manchmal geht es im Leben einfach nicht weiter. Bei einem Borderliner kann sich das noch krasser zeigen, es gibt viele Problemfelder und sobald man versucht das Eine anzugehen stoesst es an das andere, das noch nicht bearbeitet werden kann und das Kartenhaus faellt abermals zusammen. Es ist deprimierend, macht Lust es einfach zu lassen oder alles zu zerstoeren.

Es ist schwierig zu heilen oder nach vielen Versuchen wieder zusehen zu muessen, dass es nicht funktioniert.

Trotzdem frage ich Dich: Was bringt es dir, an Deinem Schmerz festzuhalten?

Bringt es Dir Aufmerksamkeit? Hast du es nicht verdient, heil und ganz zu sein? Moechtest du dich an deinen Peinigern raechen? Macht es dir Angst, gute Gefuehle zu haben? Hast du die Hoffnung verloren? Gibt es niemanden, der dir helfen kann?

Ist es alles auf einmal?

Du wirst deine Vorliebe zu leiden nach und nach aufgeben muessen. Das sieht alles hoffnungslos, dunkel und nach viel Arbeit aus... Trotzdem wirst Du immer nur einen Fuß vor den anderen stellen koennen. Du kannst diesen ganzen Weg nicht auf einmal gehen und trotzdem wirst Du dich darauf einlassen muessen, wenn du weiter willst..

Denn ich glaube das willst du. Du sitzt den ganzen Tag rum, beschwerst dich ueber dies und das. Du heulst, du schreisst, du machst die anderen verantwortlich.

Und was tust du selbst?

 

Du kannst etwas tun, du hast die Kraft, das Wissen, das Koennen auch wenn andere es dir ausgeredet haben! Dass es nicht geht, existiert in deinem Kopf. Dass du die Schnauze voll hast und nichts mehr tun wirst ist DEINE Entscheidung. Hoer auf, leiden zu wollen, stell Dich deinen Problemen. Deine gerechte Antwort mag sein: Sie haben das Potential mich umzubringen...

Ich weiss das!

Das tut die Situation jetzt auch. Stecken zu bleiben ist weder menschlich, noch natuerlich. Alles veraendert sich weiter, nur die Menschen bleiben stehen oder entwickeln sich unnatuerlich weiter. Stehen zu bleiben und die Gefuehle in Schach zu halten ist nicht gesund. Es macht depressiv.

Sich in Obhut zum Beispiel in Therapie oder in einer guten Zeit sich seinen Gefuehlen zu stellen und ihnen zu erlauben da zu sein, kann manchmal erschreckend sein. Wenn du deine Wut oft unterdrueckt hast, musst du ihr jetzt ein gutes Ventil geben. Nicht immer und ueberall ausrasten.

Doch der Baum darf schon mal herhalten, auch ein wenig Geschirr, wenns gar nicht anders geht.

Das gilt auch fuer alle anderen Gefuehle. Angst, Trauer, Schmerz, Leere, Wut, Hass, Zorn muessen ausgelebt werden. Gib dir Raum. Eine Meditation dazu findet ihr unter gib dir Raum.

Du brauchst fachliche Hilfe, um die Stoerung zu lindern! 

Ich habe so oft aufgegeben. Ich habe so oft die Hoffnung verloren und dazu gleich alles was ich liebe, mein Leben. Ich habe immer wieder aufgegeben und immer wieder angefangen. Ich habe fast alle Therapien, ob stationaer oder ambulant abgebrochen, auch die medikamentoesen. Ja, es waren Fehler. Ich habe mich dafuer gehasst, du weisst wie sehr und trotzdem bin ich wieder aufgestanden.

Ich dachte stets, ich waere die Einzige die sowas Schlimmes erlebt. Das Leben lehrte mich anderes und so nahm ich die Dinge nach und nach an. Ich lies meine Peiniger immer mehr hinter mir, oeffnete mich immer mehr fuer Hilfe und lernte Schritt fuer Schritt das, was ich lernen musste, um voran zu kommen.

Jeder Weg ist individuell und doch gibt es grosse Ueberschneidungen.

Du hast die Kraft Dein Leben zu zerstoeren, dann kannst Du dieselbe Kraft auch nutzen, um es aufzubauen!!!

Alles unterliegt Deiner Entscheidung!

Lass Deine Schuldzuweisungen, Deine Peiniger und Deine Aengste nicht weiter dein Leben bestimmen, sondern fang wieder an, es selbst zu bestimmen!!!

Wer will findet Wege. Wer nicht will, findet Gruende.

In Liebe,

Bonnie

28.2.05 17:13, kommentieren

Verlorene Liebe

Hier ein Gedicht fuer euch. Es handelt von einer verlorenen Liebe, aber nicht im herkömmlichen Sinne.. Sondern es handelt von Bruder und Schwester, die sich leider durch Krankheit nicht nah kommen durften und dies niemals werden.

Aus dunklen Ecken schaust du hinein in unsere Welt. Du siehst uns lachen, weinen, fluchen, doch du spürst uns nicht.

Unser erster Kuss, war wie Lippen auf Eis. Ich konnte dich nicht spüren. Du warst so weit fort und bist es immer noch.

Deine zärtliche Hand, die mir beruhigend über die Haare streicht, der grosse Bruder, der sagt, weine nicht, ich pass auf dich auf. Die gibt es nicht.

Der Schutz, den du mir bieten solltest, ich hab ihn nicht.
Die Liebe, die ich spüren sollte, die gab es nie.
Die Geborgenheit, die ich erwartete, war immer verloren.

So frag ich dich, wo bist du?
Wo ist dein Herz, deine Seele?
Wo dein Leid, dein Schmerz?
Wie kannst du lachen, ohne zu freuen?
Küssen, ohne zu lieben?
Du siehst die Tränen deiner Kinder, doch du spürst es nicht.
Du siehst die böse Gefahr, doch du reagierst nicht.

Kann ein Mensch weiter weg sein als du? Verborgen in einer Zwischenwelt, die nur du kennst.

Scheint die Sonne dort schwarz?
Fällt der Regen lautlos?
Ist der Schnee geschmolzen?

Wo bist du?

2 Kommentare 1.9.14 12:04, kommentieren

Gefuehle des Verlassen Seins heilen

Lieber Sternenppoet, liebe Besucher,

hier moechte ich meine erste Meditation zum Thema Verlassen Sein vorstellen. Sternenpoet hat mich mit einem seiner schoenen Poems dazu inspiriert. Ich danke dir von Herzen dafuer und hoffe, du kannst es anwenden und dass es hilft.

Bitte schliesst die Augen NICHT, wenn ihr unter schlechten, inneren Bildern leidet, die unkontrolliert hoch kommen. Vielleicht koennt ihr mit offenen Augen visualisieren oder euch einen Baum anschauen und euch vorstellen, es seien Eure Wurzeln.

Meditation:

Entspanne Dich an einem ruhigen Ort. Schalte Dein Handy fuer einen Moment aus. Mach die Tuer zu, wenn das in Ordnung ist.. Atme mehrmals tief ein und aus. Spuere fuer einen Moment Deine Fuesse auf dem Boden, vielleicht magst du aufstampfen oder mit ihnen rollen. Es ist genug, wenn die Fuesse oder Beine kribbeln, schwer werden oder Du sie auf andere koerperliche Weise wieder wahrnehmen kannst.

Nun schliesse die Augen, wenn das nicht moeglich ist, stell Dir einen Baum vor oder sieh Dir einen an. Du siehst Wurzeln. Vielleicht sind sie kraeftig und reichen tief in die Erde.

Vielleicht sind sie aber auch nicht mehr da, sind zerfressen oder gar abgeschnitten worden. Vielleicht siehst du auch etwas ganz anderes. Diese Wurzeln sind das Symbol fuer Deinen Halt im Leben, fuer Deine Entscheidung zum Leben und Deinen Platz im Leben. Vielleicht hast Du irgendwann das Gefuehl bekommen, dass Du hier nichts verloren hast. Dass niemand Dich will, dass Du nicht liebenswert bist und lieber gehen solltest.

Damit hast Du Dich dem Leben entsagt. Doch um diese Gefuehle des Verlassen werdens zu heilen, solltest Du wieder an Deinen Platz zurueck kommen und vom Leben einfordern, was du brauchst und dir gut tut.

Geh wieder an Deine Wurzeln. Wenn Du traurig bist, sei traurig, aber zieh Dich nicht weiter hinab in die Tiefe, indem Du allen anderen Schuld gibst. Es ist vorbei, du hast jetzt die Wahl dich zu heilen, oder es sein zu lassen. Komm tiefer mit mir.

An den Wurzeln oder am Baum ist ein kleines Tuerchen. Wenn Du es oeffnest, kannst Du ein kleines Wesen herauskommen sehen. Es ist Dir eine Unterstuetzung, eine Hilfe.

Du oeffnest nun die Tuer und da steht ein kleines Wesen, ein Gnom, ein Zwerg, ein kleiner Drache, eine Elfe oder etwas ganz anderes. Es bietet Dir seine zärtliche Hilfe an. Es wird Dich stuetzen Deine Wurzeln zum Wachsen und Gedeihen bringen, je nachdem, wie es gerade gut fuer Dich ist.

Es hat Schaufel, Hacke, Pflaster und Duenger dabei. Wenn Du jetzt JA sagst zu seiner Hilfe, kann die gemeinsame Arbeit losgehen...

Wie faellt Dein Ja aus? Gross oder klein? Aengstlich oder inbruenstig? Hast du Zweifel oder Aengste, was das ausloesen koennte?

Ihr beide startet nun einen Versuch. Sag ganz bewusst das stille oder laute, das zaghafte oder inbruenstige Ja zu Deinem kleinen Freund. Lass Dich von ihm an die Wurzel fuehren, wo diese Zweifel entstanden sind. Nun erlaube Deinem Wesen sich genau hier an die Arbeit zu machen, damit es dir beweisen kann, dass es dir genau richtig zur Seite steht.

Vielleicht zaubert das Wesen ein grosses Stueck Wurzel herbei, vielleicht wird die alte Wurzel durchtraenkt mit Vertrauen oder guten Energien, die du brauchst. Vielleicht klebt es ein Pflaster darauf und umarmt die Wurzel. Egal, was es bei Dir tut, auch wenn es etwas ganz anderes ist. Schau ihm zu, versuche alles so sein zu lassen, wie es ist und vertraue auf ein gutes Ergebnis.

Du kannst dem Wesen noch eine Weile zuschauen.

Wenn du fertig bist, achte bitte unbedingt darauf, dass du wieder ganz in deinem Koerper ankommst. Wir Borderliner spueren oft Teile unseres Koerpers nicht, weil wir nicht genug geerdet sind.

Trink etwas. Trampel umher. Klopfe Arme und Beine ab. Mach Hausarbeit oder Sport, bitte bewege Dich irgendwie schwungvoll, um wieder in Dir anzukommen.

Allerliebste Gruesse,

Eure Bonnie

3 Kommentare 1.9.14 11:34, kommentieren

Lieber Sternenppoet

Hier Deine vierte Geschichte. Ich moechte aufgrund von Triggergefahr vorweg nehmen, dass kein Mann/Mensch in mein Zimmer kam und dass damals nur Gutes geschehen ist!! Also bitte lasst euch nicht runter ziehen, lest es in freudiger Erwartung oder brecht ab, wenn es doch triggert!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich war noch ein kleines Kind, vielleicht sechs oder sieben Jahre alt. Des Nachts lag ich in meinem Bett. Im tiefsten Schlaf versunken, wie ich es damals noch konnte, ahnte ich nichts von all den guten Dingen um uns herum..

Ploetzlich wurde ich wach.. Ich konnte gar nicht sagen warum, doch ein seltsames Gefuehl trieb mich aus dem Schlaf. Und da! Es saß ein weiss gekleideter Mann an meinem Bett. Ich erschrak sehr, denn ich kannte ihn nicht. Ich fragte ihn .. "Wer bist Du?" Doch der weisse Mann antwortete nicht..

Stattdessen legte er mir seine Hand auf die Schlaefe. All mein Schmerz, mein Argwohn und meine inneren Rufe nach meiner Mutter waren verebbt.

Eine warme, wohlige Wärme, wie auf dem Schoß meiner Mutter stieg in meinem Herzen auf. Ich schlief so innerlich erfuellt von Gutem und von warmer Liebe ein, wie ich es spaeter nur selten erleben durfte...

Ich wuensche dir, jedem Betroffenen und jedem Angehoerigen auch so einen Engel an die Seite, dass er euch stets troesten und behueten mag. Und dass ihr euch wieder an echte Liebe erinnern koennt.

Liebste Grueße,

Eure Bonnie

2 Kommentare 1.9.14 17:13, kommentieren

Selbstfuersorge mit Borderline

Liebe Besucher,

leider ist es so, dass Borderline Persoenlichkeiten schon die kleinsten Dinge schwer fallen. Darunter fallen Themen wie Essen, Trinken und Hygiene.

Warum ist das so?

Mit einer Depression faellt ploetzlich alles unglaublich schwer.

Stell Dir vor, Du haettest Zentnerschwere Gewichte an Deinen Beinen. Du spuerst sie schon beim Aufwachen. Wieder derselbe Rotz. Der selbe scheiss Alltag. Das hat NICHTS mit der ueblichen Unlust zu tun, die man beim Weckerklingeln verspuert.

Nein, diese Zentner sind fluessiges Blei.

Sie schieben sich noch waehrend dem Aufwachen Deine Beine hinauf und laehmen Deine Schritte in den Tag. Sie ertraenken jede Verpflichtung in einem schulddurchtraenkten Kessel. Sie lassen Dich muede aufblicken, wenn deine Kinder an Deinem Bett vorbei schauen. Dieses Blei ergiesst sich in Deinem Herzen und erstickt jedes gute Gefuehl, jede Hoffnung und alle Sehnsuechte.. Dein Hals wird schwer.. Du erstickst ganz langsam an dem heissen aetzenden Gefuehl. Du weisst, dass sie im Laufe des Tages alle vorbei kommen. Sie schreien, sie weinen, sie hetzen, sie flehen.. Doch du bist zu keinem Wort imstande. Nimmst du doch selbst Deine eigenen Worte kaum wahr. Wie im Nebel versinken sie hinter einem Schleier. Ungesehen, ungesprochen..Diese Nebel steigen aus deinem verbrannten Ascheherz empor. Sie verschleiern Deine Sicht auf die Dinge und du weisst, was zu tun waere. Doch irgendwas fehlt. Irgendwann sind die Freude am Leben, die Verantwortung, die Hoffnung, die Liebe fuer deine Liebsten verbrannt..

Waehrend du im Bett liegst und klaeglich versuchst deinen letzten Rest Stolz und Kraft zu finden, machen sich Frau/Mann und Kinder abermals auf in einen enttaeuschten Tag.

Doch sie wissen nicht, was du fuehlst, denn das weisst du selbst nicht.

Das ist fuer mich Depression.

Weitere Erklaerungen sind vielleicht nicht noetig. Wenn du Angehoeriger bist, nimm die Worte fuer bare Muenze. Genauso fuehlt es sich an. Besser kann ich es nicht erklaeren.

Ich danke jedem Betroffenen, der mich in meiner Sicht unterstuetzen kann/moechte.

31.8.14 23:03, kommentieren

Niwa und die Esssucht

Ich moechte euch meine Freundin vorstellen, sie nennt sich hier Niwa. Da wir uns gegenseitig gerne unterstuetzen, hat sie mir ihre liebevolle Hilfe angeboten. Denn sie kennt Facetten der Bordeline Störung, die ich nur erahnen kann.

Ich danke dir von Herzen!

 

Ein Versuch die Leere zu fuellen oder doch ein vergeblicher Versuch sich zu schuetzen?
 
Hallo mein Name ist Niwa,

ich bin 25 Jahre alt und habe auch Borderline. Ich moechte euch an die andere Seite der "Selbstverletzung" heran fuehren, naemlich des uebermaessigen Essens. Ich gebe euch einen Einblick in mein Leben und zeige euch, dass man aus der "Essensfalle" wieder raus kommen kann.

Ja, auch essen kann Selbstverletzung sein, denn zu wenig, wie auch viel zu viel zu essen gibt nicht nur koerperliche Schmerzen, sonderen auch Psychische/Seelische/Emotionale.


Ich gehoere auch zu denen, die zu viel essen, ich esse, um die innere Leere nicht mehr zu fuehlen. Ich esse, um den Frust zu erdruecken. Ich esse, um mich geborgen zu fuehlen und ich esse, um mich wieder spueren zu koennen.

Ich freue mich sehr ueber Wuensche, Fragen und allgemein Kommentare an mich persoenlich.

Liebste Gruesse,

Niwa

2 Kommentare 28.2.05 17:13, kommentieren

Lieber Sternenpoet

Ich habe Dir 7 Geschichten versprochen und Du bekommst sie trotzdem, wenn Du moechtest.

Heute nur eine kurze Geschichte, es ist Sonntag *lach*

Abermalig kam ich im Anschluß an eine stationaere Therapie in die Tagesklinik. Da die Klinik mir schon bekannt war, schneite ich mit dem Glueck der Freiheit in die Raeume, wuenschte schoenen guten Morgen in die Runde, suchte mir einen freien Platz und schuettelte Haende, um mich vorzustellen.

Ich hatte mir einiges vorgenommen, wovon ich dachte, dass es fuer meine psychische Gesundung gut ist, darunter auch mehr Offenheit, einfach mal auf andere zugehen.

Schnell freundete ich mich mit zwei Maedels in meinem Alter an, wir hatten einen lustigen, angenehmen Vormittag miteinander verbracht. Und da kam meine Chance.

Eines der Maedchen sah echt unvorteilhaft aus, ihr Mascara war verschmiert. (Normalerweise starre ich solange in dem Versuch nicht hinzustarren, auf das Problem, bis derjenige es selbst merkt.) DOCH HALT! Heute nicht!!

Ich fasste all meinen Mut zusammen, schliesslich sagen sich Freundinnen, wenn was nicht stimmt... "Duuuu... Hoer mal.. Dein Mascara ist verschmiert!! Die Wasserfesten sind ja gut. *duemmlichgrins* .. Geh doch mal ins Bad und versuch das wegzumachen. Ich halte deinen Platz solange frei." *noch duemmlicher, breiter und befriedigt grins* (YES!! ZIEL ERREICHT!!) Ich bin halt doch ein guter Mensch und durchaus lernfaehig. Jetzt wo ich das geschafft habe, kann alles andere kommen...

Womit ich jedoch leider nicht rechnete. "Das sind meine Augenringe."

Uuuuuups...

2 Kommentare 31.8.14 21:57, kommentieren

Lieber Sternenppoet

Hier wieder eine Geschichte aus den letzten zehn Jahren.

In einer Klinik habe ich einen sehr liebevollen und attraktiven, jungen Mann kennen gelernt. Wir waren sehr schnell Feuer und Flamme fuereinander. Wir verbrachten die meiste Zeit miteinander, natuerlich zum Aufsehen der Aerzte und Betreuer sind doch intime Kontakte zwischen Patienten untersagt. Wir machten uns ein Spiel daraus, ja wir aergerten Personal und Therapeuten, trafen uns nachts um Drei in der Kueche.. Was keine Seltenheit ist, denn mit diesem Gedankenkarrussel oder auch dem schizophrenen Zimmernachbarn schlaeft es sich meistens schlecht.

Wir teilten unser Leid miteinander, wir erzaehlten einander, woher wir kamen und sponnen Ideen, wohin es eines Tages gehen wird..

Er malte mir Bilder, meistens mit einem Teddy.. Oft saß ich einfach bei ihm und beobachtete ihn.. seine wunderschoenen, unergruendlichen, karamelligen Augen. Sie versanken in einem unzugaenglichen Land. Seine Hand glitt sanft und fast liebevoll ueber das Papier, hier ein Strich, dort eine Kurve..

Ein Bild entstand. Er malte mir sein Leben. Er malte aus seinen Augen heraus auf das Papier. Er lies mich teil haben an einem winzigen Ausschnitt dieses unerreichenbaren Tals..

Doch was ich dort sah, war mit meinem Leben nicht vereinbar. Ein dumpfer Schlag in die Mitte meines Seins.

Der Teddy traeumte, er traeumte von einem fernen Land, das Freiheit versprach.. Er war rund und wohlig gebaut, knuffig und zum lieb haben. Ich konnte seine Augen nicht sehen, weil er sich zu einem Fenster drehte, doch ich wusste, dass diese Augen groß, rund, karamellbraun und voll von unerwiderter Liebe sein mussten. Er saß mit dem nackten Po auf steinigem Untergrund.. Er traeumte sich einfach fort von den Steinwaenden, die ihn umgaben. Mit nacktem Po saß er auf steinigem

Untergrund. Ich legte ihm die Hand auf die Schulter, wollte signalisieren, dass ich bei ihm sein werde, dass ich mit ihm zusammen dieses ferne Land finden moechte, denn ich kannte es auch nicht..

Er schaute auf, sah mir tief in die Augen und lachte dieses Grinsen, dass ich niemals vergessen und ewig lieben werde. So frech und unschuldig zugleich..

Er malte weiter.. Er malte noch ein einfaches Bett, nicht aus Ermangelung an kuenstlerischen Faehigkeiten, nein es war so ungemuetlich und kalt. Darauf folgte ein einfacher Tisch, ein Klo im Raum und Gitterstaebe..

Gitterstaebe.

Eine Traene rann sein Gesicht hinab. Und ploetzlich wusste ich, dass es nicht wie fuer mich ein Sinnbild war, sondern Realitaet...

Wir haben uns aus verschiedenen Gruenden voneinander geloest und er ging zurueck in seine Heimat. Weit entfernt.

Ich hoerte nur noch einmal von ihm. Per Chat. Er wollte Sexbilder von mir. Kalt, primitiv und ekelerregend kam er mir vor.

Das letzte was ich las war seine Todesanzeige.

2 Kommentare 30.8.14 14:25, kommentieren

Selbstverletzendes Verhalten/SVV/Grenzen

Selbstverletzendes Verhalten bringt dem Betroffenen Erleichterung. Auch wenn das vorerst unverstaendlich ist...

Wenn ein Mensch Schmerz erleidet, körperlichen Schmerz, so schuettet sein Koerper sofort Endorphine aus. Diese Hormone, auch Glückshormon genannt, werden SOFORT ausgeschuettet. Das bedeutet fuer den Erkrankten Linderung in einem rapiden und umfassenden Ausmaß, dass er jetzt noch nicht anders erreichen kann.

Der innere Schmerz ebbt ab, es folgen Ordnung, Erleichterung und Ruhe. Das ist bei dem alltaeglichen Gedankenkrieg leider sehr zu schaetzen.

Du magst das abstossend und widerlich finden. Wir empfinden das oft auch so. Und doch ist der innere Wahnsinn so ueberwaeltigend, dass man lieber zur Klinge greift, als das auch nur noch einen winzigen Moment auszuhalten.

Du als Angehoeriger kannst und wirst das nicht verstehen, in Deinem Kopf, aber nicht emotional. Das ist in Ordnung, das ist sogar gut so! Ich wuensche es dir nicht.

Trotzdem kannst Du versuchen, Dich so gut es Dir gelingt, Dich in Deinen "Borderliner" hinein zu versetzen. Reiche ihm die Hand anstatt entwuerdigend und angeekelt auf seine Narben zu starren. Es kann sein, dass das nicht geht, mir fällt es auch schwer!!!

Doch bitte versuche, seinen Schmerz in seinen Wunden und Narben zu erkennen. Versuche mit ihm zu fuehlen. Versuche offen zu bleiben fuer das, was er dir anvertrauen moechte. Wenn Du damit ueberfordert bist, was er zu erzaehlen hat, ist das normal!!

!!! Wenn es zu weit geht, ziehe Grenzen!!! Ein Borderliner MUSS aerztlich behandelt werden, wenn er solche Symptome aufweist. DU bist NICHT in der Lage, den Borderliner zu heilen. Du bist niemals und keinesfalls sein Arzt, Therapeut, Heiler!!!

Du bist einzig und allein sein Angehoeriger, mit begrenztem Wissen und begrenzter Kraft. Du hast Dein eigenes Leben und musst fuer Dich sorgen.

Lies Fachliteratur, suche Angehoerigentreffen auf (gibt es auch im Internet!!!), suche einen Arzt oder einen anderen Fachmann auf. In den Kliniken fuer Psychiatrie und Psychotherapie gibt es auch Auskunft, Hilfe. Auch Du kannst dort Termine ausmachen!

Lieber Borderliner!

Es kann furchtbar sein und weh tun, wenn ein nahe stehender Mensch Grenzen zieht, aber er muss das tun, um emotional zu ueberleben. Du weißt wie es ist, wenn man das nicht kann!! Bitte uebe Dich in Verstaendnis. Suche Hilfestellen auf, wenn anscheinend keiner Dir helfen kann und LASS DIR HELFEN.

Mit den allerliebsten Grüßen,

Eure Bonnie

5 Kommentare 30.8.14 13:22, kommentieren

Selbstmord/Selbstverletzung

Die Sterblichkeitsrate der Borderline Persönlichkeitsstoerung ist nach Angaben von amerikanischen Studien sehr hoch.

 

Die Sterblichkeitsrate von an Borderline Erkrankten liegt bei 9%.

 

Siehe auch den Link der Uni Klinik Köln. Unter Links zu finden.

Bitte beachte dabei, dass es sich hier um eine rein psychisch/seelische Erkrankung handelt. Es gibt keinen Virus, keine Bakterien, keinen aeusseren Erreger, der einen Betroffenen dazu zwingt, sich zu ermorden.

Was uns zu Selbstmordgedanken zwingt, ist unsere Innenwelt. Innerlich, natürlich oft genug auch aeusserlich erleben wir so grauenhafte Dinge, die uns so depressiv machen, dass wir keinen anderen Ausweg mehr sehen, als uns das Leben zu nehmen.

Einen kleinen Ausschnitt unserer inneren Welt, unseres inneren Erlebens, bemerkt ihr in unserem Verhalten, unseren Aeusserungen, unseren Vorlieben für Hochriskantes Verhalten.

Selbstverletzungen sind keine suizidale Handlung!!!

Mehr dazu unter Selbstverletzendes Verhalten, auch SVV abgekuerzt.

Ich habe einen geliebten Menschen an diese Krankheit verloren. Ich kann seine Entscheidung nachvollziehen, doch ich toleriere es nicht.

Ich weiß einfach wie es ist, zwischen Leben und Tod zu leben. Was es bedeutet, sich in eine Zwischenwelt zurueckzuziehen, um nicht zerbrechen zu muessen unter der emotionalen Last, die wir jede Sekunde mit uns herumschleppen. In dieser Welt wird alles dunkel, es ist abartig und jede Hoffnung wird verschluckt.

Ich habe eine Frau kennengelernt, die ebenfalls sehr krank war. Sie erzaehlte mir, dass sie ihre Kinder und sich selbst umbringen wollte. Ihr Schmerz muss unermesslich gewesen sein.

Bitte lass nur fuer einen kleinen Augenblick allen Ekel und alle Abscheu fahren und komm mit mir in die Welt dieser Frau...

Wie grauenvoll ist Dein Leben, wenn Du nicht mehr leben willst? Wie oft wurdest Du verlassen, geschlagen, gedemuetigt, verletzt oder auch vergewaltigt, dass du zu so einem Gedanken faehig bist? Wie unfassbar krank ist Deine Welt? Wie abhaengig musst du sein, dass du dich aus deinen Umstaenden nicht befreien kannst? Bist Du boese auf deine Kinder oder willst Du sie vor deinem Erbe schuetzen? Schuetzt du sie vor dem Vater, dem Heim, dem Schmerz des Alleinseins?

Ist das deine Zwickmuehle? Liebst du deine Kinder so sehr? Ertraegst du ihre unsagbare Wut nicht, die sie auf dich haben werden, wenn du fort bist? Hast Du Scham und Gram, weil Du sie nicht schuetzen, naehren  und lieben kannst, wie Du es solltest? Willst du dich selbst bestrafen?

Ich weiß nicht, was in ihr vorging. Ich weiß auch nicht, ob ich das wirklich wissen will.. Doch eins ist klar. Sie traegt einen Schmerz in sich, den Du, waehrend du sie verurteilst, noch nie gespuert hast.

Also entweder mach dich auf, um Menschen zu helfen, wenn auch nur mit einem winzigen Beitrag oder halt einfach dein Maul.

Wir koennen das nicht nachvollziehen. Gott sei Dank! Doch wir koennen vor unserer Haustuer kehren und mit unseren Mitteln dafuer sorgen, dass sowas in unserer Familie nicht geschieht, indem wir Augen und Herz fuer das Leid der Betroffenen oeffnen.

 

Ich moechte mich hiermit GANZ KLAR von einem Ja zum Selbstmord, von Beihilfe zu Selbstmord und Mord distanzieren!!!!!!!!
Es ist grauenhaft, unmenschlich und nicht zu tolerieren.

Doch wenn man etwas dagegen tun will, muss man sich eben damit befassen.

Und vielleicht nicht nur soweit, wie man Bock hat. Geh ueber die Grenzen Deines Denkens hinaus. Das, was wir erleben, hat absolut nichts mit dem Erleben eines psychisch gesunden Menschen zu tun.

2 Kommentare 30.8.14 12:49, kommentieren

Einbahnstraße Familie

Familie.

Du bist zerbrochen. Du hasst. Du weinst. Du trauerst. Du fluchst. All das tust du gemeinsam.

In Wahrheit liebst du. Doch du hast es vergessen. Du liebst so sehr, dass der Schmerz der Verletzung und des Verlustes zu schwer erscheint.

Du kannst nicht atmen unter all dieser Last. Deshalb willst Du dich der deinen entledigen.

Wie groß muss die Entschuldigung sein, um dein Herz zu reparieren?
Wie viel Schmerz willst du noch um dich häufen, nur um zu Erkennen, dass die deinen das deine tun?

Du bist ihr Fleisch, ihr Blut. Ihre Hoffnung und ihr Leid. Du bist geborgen in Liebe, denn Familien bleiben immer bestehen. Das Band ist nicht zu trennen. Es gibt nur die Möglichkeit sich abzuwenden oder sich dem Schmerz zu stellen.

Macht das die Familie so unerträglich? Das Leid so groß? Die Liebe so unendlich?

30.8.14 00:08, kommentieren

Die Welt fuer einen Autisten

Noch einmal erkläre ich dir meine Welt. Die Welt aus den Augen eines Borderliners für einen Autisten.

Manchmal ist es hier graues Dunkel.. Dann reisse ich die Augen auf, doch kann nicht sehen. Ich frage mich, ob es dir auch oft so geht.

Manchmal ist dort helles Licht, es ist wie auf einer Waldlichtung, durch die Bäume scheint die Sonne und wirft Licht in das Dunkel. Dann habe ich etwas verstanden.

Manchmal ist alles warm, in meinem Körper drin ist es rosa und warm und kuschelig. Wie wenn man morgens im Bett aufwacht und sich noch einmal in seine Decke kuscheln kann. Dann fühle ich mich geborgen.

Als mein Sohn auf die Welt kam, dafür fehlen mir tatsächlich die Worte. Ich will dir nicht schreiben, was man sich wünscht, sondern, was es war. ... Hast du Wünsche??
Es war helles Licht.. Es ist explodiert. Aus mir heraus und dann hat es sich ausgebreitet in den ganzen Saal. Tag und Nacht wurden eins. Himmel und Hölle gleich. Das Erkennen wurde so gross.

Da war ein neues Leben, aus mir entstanden. Ich habe es getragen, gelebt und beschützt. Ich habe es geliebt ohne es zu kennen. Es war einfach da und hat mein Herz im Sturm erobert.

Liebe. Pure Liebe. Liebe ist rosa und Grün. Sie ist warm und lieblich. Es durchströmt deinen Körper und lässt dich entspannen.. Es macht dich weich und sanft. Leer und voll zugleich. Ich war leer und voll auf einmal. Leer von allen Gedanken, Ideen oder Vorurteilen von der Liebe und angefüllt mit dem größten Gefühl, dass ich wohl jemals empfinden darf.

Der bedingungslosen Liebe.

30.8.14 00:02, kommentieren

Farben fuehlen fuer meinen Bruder

Die Welt aus meinen Augen für einen Autisten

Dort wo ich bin, sind die Menschen Farbe. Sie sind hell und dunkel. Farbig und in Grauschattierungen.

Menschen, die lieben sind pastellrosa, mit Platinschimmer.. Sie können dunkelviolett sein, weil sich Altes löst und umgeben von hellem Grün, weil Gott beschlossen hat, dass Rosa sie heilt.

Sie können Anteile haben vom dunkelsten Schwarz. Flecken oder Risse, die scheinen als würden sie nie Enden.. Das sind Menschen, die grosse Schmerzen erlitten haben.. Vielleicht körperlich, vielleicht aber wurde ihr rosa angegriffen..

Es gibt Menschen mit schillerndem Grüntönen.. Sie sind Aerzte, Heiler... Sie sind bestimmt für die Verrusten da zu sein.

Ich bin Gelb und orange, wenn ich in meiner Kraft stehe, wenn ich Bäume ausreissen könnte.. Wenn ich tanze und dabei weine.. Wenn ich tanze und dabei weine wird es um mein Herz rosa und warm..

Ich bin rot, wenn ich schwere Beine habe.. Rot lässt mich anpacken und tun. Rot lässt mich gut stehen, es lässt mich Handeln.

29.8.14 23:58, kommentieren

Autismus

Lieber Sternenppoet,

ich kann nicht warten. Ich möchte dir ein Gedicht schicken. Es handelt von einer verlorenen Liebe, aber nicht im herkömmlichen Sinne.. Sondern es handelt von Bruder und Schwester, die sich leider durch Krankheit nicht nah kommen durften und dies niemals werden.

Aus dunklen Ecken schaust du hinein in unsere Welt. Du siehst uns lachen, weinen, fluchen, doch du spürst uns nicht.

Unser erster Kuss, war wie Lippen auf Eis. Ich konnte dich nicht spüren. Du warst so weit fort und bist es immer noch.

Deine zärtliche Hand, die mir beruhigend über die Haare streicht, der grosse Bruder, der sagt, weine nicht, ich pass auf dich auf. Die gibt es nicht.

Der Schutz, den du mir bieten solltest, ich hab ihn nicht.
Die Liebe, die ich spüren sollte, die gab es nie.
Die Geborgenheit, die ich erwartete, war immer verloren.

So frag ich dich, wo bist du?
Wo ist dein Herz, deine Seele?
Wo dein Leid, dein Schmerz?
Wie kannst du lachen, ohne zu freuen?
Küssen, ohne zu lieben?
Du siehst die Tränen deiner Kinder, doch du spürst es nicht.
Du siehst die böse Gefahr, doch du reagierst nicht.

Kann ein Mensch weiter weg sein als du? Verborgen in einer Zwischenwelt, die nur du kennst.

Scheint die Sonne dort schwarz?
Fällt der Regen lautlos?
Ist der Schnee geschmolzen?

Wo bist du?

2 Kommentare 29.8.14 12:40, kommentieren

Lieber Sternenppoet

Wer du in Wahrheit bist, bleibt mir voerst unklar. Aber das macht nichts...

Ich werde dir die naechsten sieben Tage jeweils eine Geschichte meines Lebens erzaehlen.

Ich bin da. Ich hoffe, du auch.

29.8.14 12:31, kommentieren